Erster Spieltag für 6 von 7 Mannschaften

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Endlich ist es so weit, die neue Saison der Mannschaftskämpfe hat begonnen! Für 6 von 7 Mannschaften war heute der erste Spieltag. Viel hat sich verändert nach den Abstiegen der 1. und 2. Mannschaften in der letzten Saison – Mannschaften neu zusammengestellt, neue Ligen, eine Mannschaft weniger. Neu ist auch, dass ich regelmäßig bis Montagabend an dieser Stelle von den Mannschaftskämpfen berichten will, natürlich mit Unterstützung aus allen Mannschaften. Also, auf geht’s!

Um einordnen zu können, mit welchen Zielen und Ambitionen unsere sieben Mannschaften so an den Start gehen, beginne ich bei jeder Mannschaft mit ein paar Zahlen des berühmt-berüchtigten Liga-Orakels. Natürlich sind die Zahlen nicht immer komplett repräsentativ, weil das Orakel natürlich viele Dinge auch nicht weiß, aber für eine grobe Orientierung sollten die Zahlen taugen. Aber jetzt genug der Vorrede!

1. Mannschaft (Oberliga)
Liga-Orakel:

  • Wahrscheinlichste Platzierung: 1. (71,9%)
  • Aufstieg: (37%)
  • Abstieg: (0%)

Die erste Mannschaft startet als einer der Favoriten in die Oberligasaison. In der Staffel Nord-West sieht das Liga-Orakel sie sogar als absoluten Topfavoriten auf Platz 1, der Aufstieg wird wegen der dann gegebenenfalls anstehenden Relegation aber schwieriger. Ihr erstes Spiel ist erst nächsten Sonntag, ein Bericht folgt also nächste Woche.

2. Mannschaft (Landesliga)
Liga-Orakel:

  • Wahrscheinlichste Platzierung: 1. (81,7%)
  • Aufstieg: (30,3%)
  • Abstieg: (0%)

Das Liga-Orakel sieht unsere zweite Mannschaft zwar als Landesligafavoriten, aber selbst wenn wir uns hier durchsetzen sollten, wäre der Aufstieg in die Oberliga noch immer abhängig davon, ob der ersten Mannschaft ihrerseits der Oberligatitel, die anschließende erfolgreiche Relegation und damit der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelingen. Man muss also auf einen gleichzeitigen Aufstieg der Ersten und Zweiten hoffen!

In der IGS List hieß die zweite Mannschaft den Oberligaabsteiger Braunschweig-Gliesmarode willkommen. Die Gäste konnten leider kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen nur zu siebt antreten und ließen an 2 ein schwarzes Brett frei. Kurioserweise die falsche Entscheidung, denn an diesem Tag gewann Schwarz fast alle Partien, nur Jonathan Beckmann gelang es mit einem Remis an Brett 8 gegen Wolfgang Löber, den Weißfluch zu brechen.

Es war dann zweimal Sf6:e4!, was die Hannoveraner Herzen höher schlagen ließ:

Partie Jürgen

Jürgen gewann hier an Brett 3 mit 1.Se4:! 2.Se4: Dd4+! einen Bauern.

Partie Cyrano

Cyrano an Brett 7 spielte ebenfalls 1.Se4:! und plante ein Qualitätsopfer. Weiter geschah:

2.De4: - Sd4:
3.Dd3 - Sf3:+
4.Lf3: - Lf3:
5.Ld2 - Ld5
6.Lb4: - Tb4:

und für die geopferte Qualität hatte Cyrano mit 2 Bauern, dem Läuferpaar, dem schwachen weißen König und der Dominanz auf den weißen Feldern weit mehr als ausreichende Kompensation.

Dadurch senkte sich die Waagschale zugunsten Hannovers, und obwohl die spielstarken Gliesmaroder zäh gegenhielten, mussten sie schließlich nach langer Spielzeit und vielen umgefallenen weißen Königen eine 2,5:5,5-Niederlage quittieren.

Ein sehr erfolgreicher Start gegen einen der stärksten Kontrahenten im Kampf um Platz eins in der Landesliga.

3. Mannschaft (Verbandsliga)
Liga-Orakel:

  • Wahrscheinlichste Platzierung: 3. (24,6%)
  • Aufstieg: 10,6%
  • Abstieg: 1,1%

Als so etwas wie der nominell erste Jäger der Spitzenteams starten wir mit der Dritten in die Saison und gleich am ersten Spieltag wartet das schwere Auswärtsspiel beim Topfavoriten Eilenriede 1. Obwohl Eilenriede auf seine an 1 und 3 gesetzten Spieler verzichten musste, waren sie doch immer noch der leichte DWZ-Favorit.

Allerdings gingen wir recht früh durch Thomas an Brett 3 mit 1:0 in Führung und standen zu diesem Zeitpunkt an keinem Brett schlechter. Wir durften uns also Hoffnung machen! Zudem gab es einige spannende Stellungen. Soweit ich das mitbekommen habe, standen Simon B. an Brett 5, Marko an Brett 6 und Dirk an Brett 1 mindestens sorgenfrei bis besser. Simon G. hatte an 7 eine wilde Partie im Traxler-Gegengambit, da war also jedes Ergebnis drin.

Während ich am letzten Brett nach zu viel Zeitverbrauch und unglücklichem Rechenfehler entscheidend ins Hintertreffen geriet, musste sich derweil Stefan an Brett 4 dem Druck seines Gegners beugen und sich geschlagen geben, so stand es 2:1 für Eilenriede. Die Partie von Simon G. blieb wild und offen, sein König musste aus der Deckung nach g3 flüchten, und in einer, wie ich vermute, unklaren Stellung einigten sich die Spieler auf Remis. Den Abwärtstrend konnte das nicht aufhalten: Leider verwandelte sich Dirks Stellung von klarem Vorteil in klaren Nachteil und er stand im Endspiel mit 2 (oder gar 3?) Bauern weniger da. Thorsten spielte wie er sagte eine "Einbahnstraßenpartie" am falschen Ende und war mittlerweile stark unter Druck - beide mussten bald aufgeben. Somit stand der Sieg für Eilenriede bereits fest.

Marko konnte in der Folge seine souverän gespielte Partie gewinnen und auch Simon B. betrieb noch Ergebniskosmetik, konnte aber im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern trotz guter Ideen und zweier Mehrbauern am Ende nur einen halben Punkt einfahren.

Damit stand die 3:5-Niederlage. Schade, an einigen Brettern war heute durchaus mehr drin, so dass mindestens eine Punkteteilung in Reichweite war.

4. Mannschaft (Verbandsliga)
Liga-Orakel:

  • Wahrscheinlichste Platzierung: 7. (17,8%)
  • Aufstieg: 0,3%
  • Abstieg: 25%

Wer hat hier von Abstieg geredet?

Auf die Vierte wartet ein gutes Stück Arbeit in der Saison 2026/27: Nachdem wir in der vergangenen Spielzeit überraschenderweise sogar oben mitmischen konnten, gehen wir diesmal als Underdog ins Rennen. Der Klassenerhalt ist unser realistisches Ziel.

Zuerst alles doof...

Gleich am ersten Spieltag erwischten wir mit Laatzen einen wirklich „harten Brocken“. Einer unserer Schachfreunde maulte sogar, dass uns ein 0:8 drohen würde. Aber wie kam es wirklich?

Am Anfang schien das Schicksal den befürchtet miesen Verlauf zu nehmen: Laurenz an 2 bekam Probleme, Christoph stellte entscheidendes Material ein und auch ich (Jürgen) verkrempelte erneut meine Partie. Doch dann rief offenbar jemand, den ich leider nicht hören konnte: „Jetzt mal zusammenreißen, Jungs!“

... dann steil bergauf

Nach einem standesgemäßen Remis von Ralf an Brett 5 brachte Wulf an Brett 6 seinen favorisierten Gegner zu Fall und Laurenz überwand alle Schwierigkeiten. Besonders erfreulich war der souveräne Auftritt von Amir an Brett 1, der in der vergangenen Saison hart gebeutelt wurde, aber nun seinen starken Gegner Harald Kiesel auskonterte. Es blieben also noch Sebastians totale Remis-Stellung sowie Anton, der an Brett 4 auf verlorenem Posten stand (Reihenfolge der beiden Ereignisse aus dramaturgischen Gründen redaktionell geändert).

Während wir uns schon alle freuten, unserem scheinbar übermächtigen Gegner 3,5 Punkte abgetrotzt zu haben, durften wir gefühlt eine Stunde lang zusehen, wie Antons Gegner Zug um Zug den Faden und wohl auch die Nerven verlor, Anton dagegen hartnäckig blieb und schließlich den eigentlich todbringenden gegnerischen Freibauern schlagen konnte. Tusch – vier zu vier! Das fängt ja gut an!

5. Mannschaft (Bezirksliga)
Liga-Orakel:

  • Wahrscheinlichste Platzierung: 9. (19,2%)
  • Aufstieg: 1,1%
  • Abstieg: 54,2%

Die Fünfte tritt dieses Jahr in der Bezirksliga an und wird vom Orakel dort als Abstiegskandidat geführt. Natürlich wollen wir beweisen, dass wir in der Liga bestehen können! Die Liga ist laut Orakel recht ausgeglichen besetzt, am ersten Spieltag ging es gegen einen der vier bis fünf Aufstiegskandidaten.

Rogelio an Brett 5 musste sich als erster seinem erfahrenen Gegner geschlagen geben. Die zweite Niederlage folgte an Brett 8. Nachdem mein junger Gegner und ich uns in einem chaotischen Spiel gegenseitig mehrere materielle Geschenke gemacht haben, stand eine weiße Dame mit einem freien e-Bauern gegen drei schwarze Figuren (Turm, Läufer, Springer) auf dem Brett. Mit wenigen Minuten auf der Uhr entschied ich mich im 38. Zug, für den vorgerückten Freibauern die falsche Figur (Springer statt Läufer) zu geben und habe somit die Partie eingestellt, anstatt mit einem sicheren Remis auf Sieg zu spielen.

Eine kuriose Situation ereignete sich an Katharinas Brett 7, als ihr Gegner eine gefesselte Figur ziehen wollte und in einer Langzeitpartie einen illegalen Zug machte. Anders als bei der Olympiade wurde dies bemerkt. Nicht durch die hinzugewonnenen zwei Minuten, sondern durch solides Spiel gewann sie souverän und verkürzte auf 1:2.

An Brett 1 saß mit Dennis kein neues Gesicht, aber ein neues Gesicht in dieser neuen 5. Mannschaft und er gab sein Debüt mit neuem Nachnamen. Vielleicht hat das seinem Gegner ja die Vorbereitung erschwert, eine Taktik, die man aber nicht zu oft anwenden sollte. Er spielte in gewohnter Dennis-Manier und konnte seinen Gegner erfolgreich mit mehreren Damenzügen (50% nach 8 Zügen) aus dem Konzept bringen, weshalb sein Spiel von seinem Gegner als „humorvoll“ geadelt wurde. Als im Spätmittelspiel die Damen vom Brett kamen, konnte er durch eine Taktik schließlich gewinnen – 2:2.

Antonio spielte an 6 eine gute Partie. Zwar hatte er mit einer anderen Eröffnung gerechnet und kam so nicht in das geplante System rein. Gegen seinen souveränen Gegner reichte es dennoch nicht ganz und er musste leider aufgeben – 2:3.

Mit Bernd konnte ein weiterer Neuzugang in unserer Mannschaft einen vollen Mannschaftspunkt beisteuern. Gegen seine Königsindische Verteidigung spielte sein Gegner wohl zu passiv im Zentrum und machte ihm das Spiel so einfacher. Wieder Ausgleich – 3:3

An Brett 3 hatte Hubert nach 20 Zügen eine tolle Stellung, sich dafür allerdings viel Zeit genommen. Mit dieser knappen Bedenkzeit war eine Partie mit viel Spannung im Zentrum zu schwierig zu spielen. Im 41. Zug kurz nach der Zeitkontrolle war ein Materialverlust unvermeidlich. Die Aufgabe folgte kurz darauf – 3:4.

Der entscheidende Showdown ereignete sich (wie in vergangener Saison auch schon öfter) auf Wilhelms Brett. Nachdem Wilhelm als Schwarzer zwar gut aus der Eröffnung rauskam, fand er sich in einem Endspiel mit einem Minusbauer wieder. Engagiert wie er ist, kämpfte er aufgrund des Mannschaftsergebnisses um einen vollen Punkt in einer Stellung, in der er meiner Einschätzung nach schon ein großes Geschenk seines Gegners gebraucht hätte. Sein Gegner agierte jedoch sehr sicher. Bekanntlich ergibt das Pushen in übersichtlichen Stellungen Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten konnte sein Gegner dann leider zum Sieg und Endstand von 3:5 nutzen.

Alles in allem kann man sagen, dass es ein sehr kämpferischer erster Spieltag war mit ausschließlich entschiedenen Partien. Unsere Mannschaft hat gezeigt, dass wir in der Bezirksliga auf Augenhöhe mitspielen können, allerdings realistischerweise als Abstiegskandidat gelten. Der Klassenerhalt ist das Ziel, das wir erreichen möchten. Ob das klappt, hängt wohl von mehreren Faktoren ab. Vor allem aber davon, ob wir unsere guten Momente und Leistungen in mehreren Matches als Kollektiv gleichzeitig abrufen können.

6. Mannschaft (Bezirksklasse)
Liga-Orakel:

  • Wahrscheinlichste Platzierung: 5. (19,8%)
  • Aufstieg: 9,6%
  • Abstieg: 11,8%

Die Sechste geht mit halb neuer Besetzung wieder in der Bezirksklasse an den Start. Gegner am ersten Spieltag war der SV Bückeburg, der eines der schönsten Spiellokale bietet: ruhig, hell und geräumig. Es wurden alle Reserven mobilisiert, um eine vollzählige Sechste an den Start zu bringen. Florian spielte seinen ersten Mannschaftskampf überhaupt, Werner kam angeschlagen, trotz Verband. Den verdienten Lohn dafür gab es aber auch: Den ersten Punkt an Brett 8 fuhr nämlich Werner ein, dessen Gegnerin ein Remis ablehnte, sich danach aber noch geschlagen geben musste. In seiner ersten Partie im Mannschaftskampf für den HSK machte Florian an Brett 5 Remis, während auch Martina an Brett 7 ihrer Favoritinnenrolle gerecht wurde und auf 2,5:1,5 erhöhte. Und zunächst lief es weiter wie am Schnürchen – Stephan stellte auf 3,5:0,5 und Reinhard und sein Gegner wiederholten in einer ausgeglichenen Partie konsequenterweise die Züge. So war der erste Mannschaftspunkt gesichert, bei noch drei laufenden Partien.

Wie so oft änderte sich aber auch hier die Dramaturgie drastisch: Klaus an Brett 2 und Horst an Brett 1 konnten keine weiteren Punkte einfahren und alle Augen waren auf Boris gerichtet. Leider entschied der schnellere König des Gegners die Partie und am Ende stand ein 4:4 im Saisonauftakt gegen einen direkten Nachbarn in der „Orakel-Tabelle“.

7. Mannschaft (Kreisliga)
Liga-Orakel:

  • Wahrscheinlichste Platzierung: 11. (57,3%)
  • Aufstieg: 0,0%
  • Abstieg: 94,1%

Das Ligaorakel meint es ja gar nicht gut mit unserer Siebten. Entsprechend hat sich die 7. Mannschaft zum Ziel gesetzt, nicht abzusteigen, denn wir sind ja eher „ungewöhnlich“ aufgestiegen. Und schon am ersten Spieltag konnte die Siebte zeigen, dass sie in der Liga nicht falsch aufgehoben ist und hat dem an fast allen Brettern DWZ-stärkeren Gegner einen harten Kampf geboten:

Es ging zum ersten Mal am neuen Spielort, der Mensa der IGS List, los im zweiten HSK-Laatzen-Duell des Tages: Gegner war der Bezirksklasse-Absteiger Laatzen 2. Nachdem es die ersten 5 Ergebnisse gab, stand es ausgeglichen 2,5:2,5 durch Punkte von Thomas an Brett 4, Lutz an Brett 8 und ein Remis von Charitonas an Brett 2.

Jetzt hingen wir alle um die letzten drei Spiele herum. Alles sah nach einem Remis für alle drei Spiele aus. Aber Lennart hatte Glück, und seine Steine standen so, dass der Gegner aufgab. Es stand also 3,5:2,5. Die beiden Partien von Leon und Klaus-Dieter endeten beide Remis, so dass die Siebte mit einem starken 4,5:3,5 gleich am ersten Spieltag ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf setzen konnte. Was für ein starker Auftakt!

Allen siegreichen Spielern und Mannschaften einen herzlichen Glückwunsch! Für alle anderen, wie auch für mich, ist der nächste Spieltag ja zum Glück nicht mehr weit.

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